Alternde Räume sind Stadtteile oder ländliche Gebiete, die ein statistisch höheres Alter der Bewohnerschaft aufweisen. Es sind Gebiete, in denen relativ viele ältere und alte Menschen leben bei vergleichsweise wenigen Kindern und Jugendlichen sowie Vertretern der mittleren Altersklassen.
Oftmals sind es Gebiete, die in Vergessenheit zu geraten drohen. Ihnen fehlt es jedoch nicht nur an politischer Aufmerksamkeit, die sich eher dorthin lenkt, wo die sozialen Probleme laut und deutlich vorgetragen werden (oft Gebiete mit einem hohen Anteil Jugendlicher oder junger Erwachsener). Den alternden Räumen fehlt es ebenso an Strukturen der Infrastruktur und Nahversorgung. Denn in einer automobil und marktwirtschaftlich ausgerichteten Gesellschaft finden sich immer weniger Versorger, die sich der Bewohnerschaft alternder Räume widmen.
Wir fragen:
Wie ist es bestellt, um Infrastruktur und Versorgung in den Bereichen Gesundheit, Mobilität und Wirtschaft?
Etwa:
- Wo ist der nächste Hausarzt? Gibt es eine Apotheke?
- Wie oft verkehrt ein Bus? Wie zugänglich ist er?
- Wie steht es um den Einzelhandel?
Im Blick haben wir dabei nicht nur die Senioren eines Wohngebiets, sondern die gesamte Bewohnerschaft des ausgewählten Raums.
Die Antworten …
… liefern Hochschulen, die in Lehrforschungsprojekten vor Ort “alternde Räume” erforscht haben. Die Ergebnisse liegen als Broschüre vor und wurden auf unserer Fachtagung am 22. Juni 2009 vorgestellt. Fünf Arbeiten wurden von einer Jury ausgezeichnet.
Diese waren:
1. Preis: „Zukunft trifft Alter. Sicherung von Versorgung und Verkehr in alternden Räumen am Rande der Großstadt“
Technische Universität Dortmund unter der Leitung von Dipl.-Ing. Micha Fedrowitz und Dipl.-Geogr. Florian Krummheuer
2. Preis: „Die alternde Siedlergemeinschaft. Allerheiligenberg / Lahnstein“
Technische Universität Kaiserslautern unter der Leitung von Prof. Dr. Annette Spellerberg
3. Preis: „Sicherung der medizinischen Versorgung in Ostholstein“
Technische Universität Dortmund unter der Leitung von Dipl.-Ing. Anke Bergmann
3. Preis: „Demographiebezogenes Entwicklungskonzept für Ründeroth“
Universität Siegen und Fachhochschulen Bochum, Dortmund und Köln unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Hilde Schröteler-von Brandt und Prof. em. Dieter Prinz
3. Preis: „When I’m sixty-four: Das Märkische Viertel im Umbruch“
Technische Universität Berlin und Institut für gerontologische Forschung unter der Leitung von Prof. Dr. Uwe-Jens Walther, Dr. Birgit Wolter und Dipl.-Soz.-Wiss. Frank Ritterhoff
Interesse? Unter dem Link “Fachtagung” gibt es weitere Informationen.